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Aktuelles aus Fachbereich und ÖH

LIT-Projekt: Sichere Funkkommunikation für die Industrie

(2.10.2017) Bei der weiteren Modernisierung und Digitalisierung von Produktionsprozessen wird die Funkkommunikation mit und vor https://redshift.autodesk.de/industrielles-internet-internet-der-dinge/ allem zwischen Maschinen eine entscheidende Rolle spielen. Dort wo sie derzeit bereits angewendet wird, gibt es ein Problem: Es  gibt noch keinen allgemeinen Mobilfunkstandard wie für Mobiltelefone, was Herausforderungen unter anderem bezüglich Datensicherheit aufwirft. Dr. Bernhard Etzlinger und Univ.-Prof. Dr. Andreas Springer entwickeln Methoden, die eine genauere Lokalisierung der kommunizierenden Maschinen, eine höhere Datensicherheit und zudem Echtzeitfähigkeit ermöglichen sollen.

5G – die fünfte Generation bei Mobilfunkstandards – ist derzeit in Entwicklung und wird im Zusammenhang mit Industrie 4.0 eine herausragende Rolle spielen: Stellen Sie sich eine Produktionshalle mit unterschiedlichsten Maschinen vor, dazu Stapler, die sich mit verschiedenen Ladegütern in der Halle bewegen. Kommunikation zwischen den Maschinen – um zB auf Verzögerungen, Fehler oder geänderte Abläufe direkt reagieren zu können - soll die Produktionsprozesse möglichst effizient gestalten. Gleichzeitig muss diese Kommunikation möglichst „sicher“ sein – kein Unbefugter soll Zugriff auf die über Funk kommunizierten Daten erhalten -, die Maschinen müssen möglichst genau lokalisierbar sein – wo befindet sich der Stapler gerade? -, und die Daten müssen ohne Verzögerung übermittelt werden.

Die Mobilfunkbetreiber, die diese lokalen Mobilfunknetzwerke zur Verfügung stellen sollen, brauchen für die Erfüllung dieser Anforderungen Übertragungsmethoden, die im Unterschied zu Handynetzen ohne zentralen Knoten funktionieren, das heißt dezentral beim Anwender. Ein Netzwerk aus Basisstationen sorgt für dieses Kommunikationsnetzwerk und definiert auch, wer mit wem kommunizieren darf.

„Wir planen, innerhalb des LIT-Projekts eine Basisstation für 4G und 5G im Labor aufzubauen, um diese Grundfunktionalität zur Verfügung zu stellen“, sagt Etzlinger.

In einem zweiten Schritt sollen echtzeitfähige Methoden zur Lokalisierung und zur Sicherstellung der Datensicherheit entwickelt werden.

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Dr. Bernhard Etzlinger ist Senior Researcher am Institut für Nachrichtentechnik und Hochfrequenzsysteme, Abteilung Nachrichtentechnik. Nach Etzlinger Bernhard.jpgdem Studium der Mechatronik an der JKU Linz verlagerte er seinen Forschungsschwerpunkt auf Signalverarbeitung und Nachrichtentechnik und arbeitete am Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie in Wachtberg, Deutschland. 2012 kam er zurück ans Institut für Nachrichtentechnik und Hochfrequenzsysteme an die JKU.

Während seines Doktoratsstudiums war Etzlinger Visiting Scholar an der Chalmers University of Technology in Göteborg, der KTH in Stockholm, und der Texas A&M University in College Station TX, USA.

Etzlinger ist Member der IEEE Signal Processing Society und Reviewer mehrerer IEEE Transactions.

„Ich sehe in der Entwicklung der fünften Mobilfunkgeneration sehr, sehr großes Potenzial, weil sich hier in der Kombination von Synchronisation, Security und Lokalisierung völlig neue Aufgaben stellen, die bisher noch nicht Themen übergreifend bearbeitet wurden“, sagt Etzlinger.

Mechatronik und die Vermessung der Welt - Einladung zum Mechatronik Info-Tag

(25.9.2017) Die jährlich im Dezember stattfindenden MECHATRONIK Info-Tage finden bei den BesucherInnen großen Anklang. Deshalb werden auch heuer wieder Klassen aus höheren Schulen zum Mechatronik Info-Tag am 19. Dezember eingeladen, diesmal zum Thema Mechatronik und die Vermessung der Welt.

Zwei Forscher aus der Mechatronik werden Einblicke in die immer wichtiger werdende Welt der Erfassung von Zuständen ganz unterschiedlicher Dinge und der dahinter liegenden physikalischen Prinzipien geben. Prof. Andreas Stelzer ist ausgewiesener Hochfrequenztechniker, Doz. Wolfgang Hilber forscht vor allem auf mikrofluidischen Themen.

In Laborführungen bekommen die SchülerInnen in verschiedenen Gebieten Einblick in mess- und sensortechnische Herausforderungen und Lösungen. So wird zum Beispiel demonstriert, wie Roboter-Positionen genau vermessen werden, wie Bauteilschädigungen von Flugzeugteilen erkannt, oder Strömungszustände erfasst werden.

Der heurige MECHATRONIK Info-Tag wird am Dienstag, 19. Dezember 2017, von 9 bis 16 Uhr abgehalten und für jede BesucherInnengruppe jeweils etwa 2 Stunden dauern, mit einer kleinen Stärkung im Anschluss.

Anmeldung:

Linda Burgstaller
Tel: 0732 2468 6490
E-Mail: linda.burgstaller@jku.at

Schatzsuche mit Mikroelektronik

(8.9.2017) Um Jugendliche für Mechatronik zu begeistern arbeitet das Institut für Mikroelektronik und Mikrosensorik eng mit der Internationalen Akademie Traunkirchen zusammen. Ende September findet dort ein Schülerseminar statt, bei dem sich die Schüler auf Schatzsuche begeben können.

Im Rahmen von Tageseminaren werden interessierten Schülern ab 14 Jahren dabei grundlegende Elektronikkenntnisse vermittelt. Dazu gehören das Kennenlernen der Bauteile und der Aufbau von kleinen Schaltungen. Diese haben Dr. Thomas Voglhuber-Brunnmaier und DI Friedrich Feichtinger am Institut für Mikroelektronik und Mikrosensorik entwickelt und werden nun, dank der Unterstützung durch das JKU-Institut und die Akademie, den Teilnehmern kostenlos zur Verfügung gestellt.

Im ganztägigen Seminar „Schatzsuchen mit Elektronik – Bau deinen eigenen Metalldetektor“ am 29. September, wird ein vollständig funktionstüchtiger Metalldetektor zusammengebaut und erste Schätze gesucht.

Weitere Informationen und Anmeldung

Best Paper Award für Mikroelektroniker und -sensoriker

(30.8.2017) Mit dem AMA Best Paper Award 2017 wurden vier Mikroelektroniker und –sensoriker der JKU gemeinsam mit zwei Entwicklern der voestalpine bei den AMA Conferences 2017 SENSOR und IRS2 ausgezeichnet.

Die Auszeichnung erhielten Dr. Johannes Sell, DI Herbert Enser, Univ.-Prof. Dr. Bernhard Jakoby und Assoz.-Prof. Dr. Wolfgang Hilber für das Paper „Printed embedded transducers: Fabrication, design and characterization of selected applications“.

Die AMA Kongresse SENSOR und IRS² sind internationale Vernetzungsplattform der Sensorik und Messtechnik. Die zweijährlich stattfinden AMA Kongresse bieten wissenschaftlich hochkarätige Vorträge internationaler und nationaler SpezialistInnen aus Forschung und Entwicklung. Neueste Forschungsergebnisse aus den einzelnen Disziplinen ermöglichen dem international ausgerichteten Fachpublikum einen intensiven, fachlichen Austausch.

Beim SENSOR Kongress, der fachlich von Prof. Reinhard Lerch (Universität Erlangen-Nürnberg) und Prof. Gerald Gerlach (TU Dresden) geleitet wird, stehen mechanische Sensoren, Durchfluss-, Wireless-, Gas- und Bio-Sensoren im Mittelpunkt. Neben den Sensorelementen nimmt die zugehörige Messtechnik, also Elektronik, Signalauswertung und Modellbildung, einen breiten Raum ein.

Der IRS² Kongress, geleitet von Prof. Gerald Gerlach (TU Dresden), präsentiert das Feld der Infrarotsensoren und –messsysteme, ein sich dynamisch entwickelndes Gebiet. Verbesserte Eigenschaften und kostengünstigere Herstellung dieser Sensoren ermöglichen neue Anwendungen, z.B. in der Industrieautomatisierung, in der Gebäudetechnik, in Haushaltsgeräten und für sicherheitsrelevante Nutzungen.

Bei der begleitenden Postersession der Kongresse im AMA Tagungsbereich werden zusätzliche, disziplinübergreifende Forschungsansätze aufgezeigt.

 

Markus Baldinger: „Sehr breite generalistische Ausbildung“

(23.8.2017) Nach seinem Studium startete Dr. Markus Baldinger, ein Mechatronik-Absolvent der ersten Stunde, seine Karriere bei Pöttinger Badlinger.jpgLandtechnik in Grieskirchen, wo er nun seit 17 Jahren in verschiedenen Funktionen – seit 2016 als Chief Technical Officer – tätig ist. – Ein weiterer Beleg dafür, dass Technik-AbsolventInnen heute nicht mehr in der zweiten Reihe im Unternehmen stecken bleiben, sondern in der Geschäftsführung mit angesiedelt sind.

Für das Mechatronik-Studium hatte Baldinger sich entschieden, weil ihn das interdisziplinäre Studium mit den Stoßrichtungen Mechanik, Elektronik und Informatik und einer sehr breiten generalistischen Ausbildung reizte. Nach dem Diplomstudium spezialisierte er sich für sein Doktorat in der Robotik, weil das für ihn „das Paradebeispiel für den mechatronischen Ansatz und eine Zukunftsdisziplin in vielen Wirtschaftsbranchen“ war.

Heutigen Mechatronik-Studierenden würde er empfehlen, sich „die breite Grundausbildung der Mechatronik als Basiswissen anzueignen und dann eine Spezialisierung in den eigenen Stärken einzuschlagen“. Besonders wichtig findet Baldinger, die Studienzeit für einen längeren Auslandsaufenthalt oder ein Auslandspraktikum zu nützen. „Das ist wohl – neben der fachlichen Kompetenz - einer des wesentlichen Assets für ein Studium. Dass ich das verabsäumt habe, bereue ich heute aufrichtig“, sagt er.

Besonders reizvoll fand er am Mechatronik-Studium die vielen unterschiedlichen Disziplinen, die Praktika und das verstehen Lernen der Technik. „Der Zeitaufwand war natürlich schon enorm, und manchmal war es gar nicht so einfach, auch noch etwas Freizeit zu bekommen.“

Bei Pöttinger stieg Baldinger als Manager Mechatronic Engineering ein, wurde nach einigen Jahren zum Assistenten des technischen Geschäftsführers, dann zum Head of Test Department, Head of Mechatronic Engineering und Vice President R&D, bevor er schließlich im August 2016 zum Geschäftsführer für den Bereich Forschung ernannt und Mitglied des Geschäftsführungsteams wurde.

Im Herbst vorigen Jahres wurde Baldinger auch für zwei Jahre zum Vorsitzenden des Technischen Lenkungsausschusses der CEMA gewählt– einem Forum hochrangiger ExpertInnen der europäischen Landmaschinenindustrie. „Aufgrund der rasanten Fortschritte in den Bereichen Präzisionslandwirtschaft und Landwirtschaft 4.0 ist die Innovationsgeschwindigkeit in unserer Industrie heute höher denn je“, sagt er. „Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, gemeinsam zu diskutieren und zu definieren, wie europäische Industriepolitik und technische Regulierungen dabei helfen können, die Innovationskraft und globale Führungsposition der europäischen Landtechnikindustrie zu unterstützen.“

Landwirtschaft 4.0 bedeutet die durchgängige interne und externe Vernetzung des landwirtschaftlichen Betriebes, d.h. zu allen Betriebszweigen und -prozessen liegen Informationen in digitaler Form vor. „Die Vernetzung erfolgt vertikal: Betrieb – Prozesse – Maschinen, und horizontal: Betrieb – Geschäftspartner – Umfeld“, sagt Baldinger. Neben der Digitalisierung sieht Baldinger als derzeit stärkste Trends in der Landwirtschaft die Nachhaltigkeit, Precision Farming, und die Vereinbarung einer globalen europäischen Industriepolitik zur Stärkung der Innovation und der globalen Führerschaft in Europa.

Ob er sich seine Karriere während des Studiums so vorgestellt hat? „Mit Ziel und Visionen sind viele Dinge während des Studiums und in einer unternehmerischen Laufbahn und Karriere möglich. Die Geschäftsführung in einem seit 145 Jahren bestehenden Familienunternehmen zu leiten ist eine sehr herausfordernde Aufgabe, aber sie erfüllt mich auch mit großem Stolz.“

 

Kontakt:

DI Dr. Baldinger Markus MBA, MSc

Pöttinger Landtechnik GmbH

Geschäftsführer

Industriegelände 1

Grieskirchen 4710 Österreich

07248/600-2401 oder 0664/80 380 2401

markus.baldinger@poettinger.at